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Nicht wandern – renn‘ den Steig!

Was letztes Jahr aus seltsamen organisatorischen Gründen nicht geklappt hatte, sollte diesmal anstehen – meine längste bislang gelaufene Distanz entlang des Rennsteigweges in Thüringen (D), der Supermarathon über 72,7 km.

Den dafür passenden Trainingsplan hatte ich aus Hubert Becks Ultramarathon-Buch genommen – 100km-Laufplan auf Basis 3h15 Marathon, das sollte hinkommen. Nachdem Christian ( @geordi2504 ) voriges Jahr bereits in knapp über 7 Stunden den Rennsteig gelaufen war, stand diesmal eine Sub7 an, und dafür sollte der Trainingsplan gut passen. Was hieß, auch Christian orientierte sich an diesem.

Der Anfang war von meiner Seite aus noch etwas durchwachsen – im Februar nicht ganz gesund ging es dann aber schon ganz gut dahin; Test-10er in Wien mit Sebastian ( @die_bergziege ) und Halbmarathon-PB in Graz zeigten formmäßig nach oben. Immer wieder versuchte ich Höhenmeter in die Trainings einzubauen – rund um Linz und im Alpenvorland ist das ja kein Problem.

Unterbrochen wurde das alles nur durch flache „Longjogs“ – die Marathons in Wien, Linz und London; aber auch diese hatten ihre Berechtigung und zeigten auf, dass die Regeneration um ein Vielfaches besser funktionierte als im Vorjahr.

Am Wochenende vor dem großen Tag gab’s noch zwei Trailläufe – einen mit Dominik ( @ciclistarosa ) und einen mit Christoph ( @aigsi24 ) sowie einen trotz Regen sehr schönen Halbmarathon in Salzburg als Pacemaker für Lara ( @lara_amalia ), die dort ihre persönliche Bestleistung lief. Etwas müde fühlte ich mich in der Woche vor dem Rennsteig schon, aber gesund und ohne Schmerzen – das Abenteuer konnte beginnen.

Die Anreise erfolgte am Freitag (8.5.) zusammen mit Christian, Demeter ( @triathlondog ) und Benjamin ( @runningbensch ) – letzterer hatte sich kurzfristig noch dazu entschlossen, ebenfalls die Ultradistanz in Angriff zu nehmen. Trotz kleinerer Staus kamen wir bei herrlichem Wetter gut voran und erreichten den Startort Eisenach um etwa 18 Uhr. Mit Demeter und Benjamin wurde rasch der Hotel-CheckIn im Ibis abgewickelt, dann ging’s hinein in den Ort zur Startnummernabholung und „Pastaparty“. Bei der Abholung lief alles sehr professionell ab, es gab eine recht schlanke Starter-Bag, und wir buchten auch gleich das Busticket für den Rücktransfer.

Am Marktplatz von Eisenach fand die Läuferparty statt – großes Verpflegungszelt mit Rockband, jede Menge Biertische im Freien, und Köstritzer Schwarzbier als Basisgetränk ließen durchaus Feierstimmung aufkommen; das Wetter war herrlich, und es gab regen Besuch von Läufern und Begleitern.

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Die Vorstellung des Eisenacher Carboloadings wunderte mich dann doch etwas – Kartoffelknödel mit Brotwürfelfülle, Rotkraut und Schweinebraten; wobei der „Braten“ eher nach einem Hechslerunfall aussah.

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Schmeckte aber ganz gut, und der Abend verging mit Läuferkollege Hugo ( @whoogleplex ) und Twitterkorrespondent Carsten ( @twitt3rless ) sehr amüsant.

Nach einer etwas unruhigen und kurzen Nacht – wusste nicht, dass Hunde so schnarchen können 😉 – begrüßte uns Eisenach mit perfektem Wetter: trocken, leicht bedeckt, kühl bei etwa 10° Celsius. Ein schnelles Frühstück im Hotelzimmer, alles zusammenpacken, und mit Twittertaxi von Carsten in den Ort zum Start. Wir waren spät dran, gerade noch ging sich ein kurzes Tweetup mit Ulf ( @gpway ), Patrick ( @sportingmunich ), Holger ( @holger_aus_dd ), Christian und Hugo am Marktbrunnen aus.

Gunter, Hugo, Ulf, Christian und Patrick vor dem Start des Rennsteig Supermarathons 2015

Und dann hörte man bereits den Countdown: Start um 6:00 Uhr.

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Den ersten Kilometer liefen wir flott durch schmälere Straßen von Eisenach, dann begann der 24 km lange Anstieg auf den Großen Inselsberg. Wie Demeter schon richtig bemerkt hatte, hatten wir 700 Meter Steigung vor uns – das ist ähnlich wie in Linz auf die Gisela-Warte, bloß dass wir das dort in 8 km bewältigen. Somit war der Anstieg für uns Alpenländler moderat, und die für Sub7 notwendige Pace von 5:45 min/km hielten wir sogar bergauf in etwa ein.

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Alles fühlte sich locker an, Ulf, Holger und Christian machten nach dem Großen Inselsberg sogar richtig Tempo – es war herrlich zu laufen. Etwas eintönig ging es allerdings dahin; nur kürzere Wurzelpassagen und kleinere Gegenanstiege brachten etwas Abwechslung, ansonsten legten wir viele Kilometer auf schnurgeraden, einsamen Waldautobahnen zurück ohne große Ausblicke in die Landschaft. Insgeheim hatte ich mir ein paar Ortschaften erhofft, mit Zuschauern am Wegesrand – oder interessante Wegabschnitte, vielleicht mit ein paar Felsen oder Ausblicken über das Land, aber leider: Fehlanzeige.

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Zumindest die Wanderer und Walker, die ebenfalls auf der Strecke unterwegs waren, honorierten die Leistungen der Supermarathonis und feuerten an, obwohl sie selbst mit bis zu 35 km Wanderroute Ordentliches zu absolvieren hatten.

An der Verpflegungsstation Ebertswiese (km 37,4) nahm ich mir eine Zitronenspalte mit etwas (viel) Salz – die rechte Wade war nicht mehr so locker, und die Mineralien halfen sofort. Ansonsten: Warmer Tee war perfekt – das restliche Angebot war übrigens riesig, wobei speziell der „Schleim“ hervorzuheben war, den es in Orangen- und Himbeergeschmack gab. Ich verzichtete auf diesen appetitlich angepriesenen Porridge dankend und blieb beim altbewährten Isostar Kohlenhydratriegel.

Die Krabbelgruppe Christian, Gunter, Holger und Ulf

Ab Kilometer 40 merkte ich, dass Christian immer besser ins Rennen kam, und ich musste abreißen lassen – nun gut, wir hatten das so ausgemacht, und es war okay; jeder läuft sein eigenes Rennen. Ulf war auch kurz neben mir, er hatte mit Krämpfen zurecht zu kommen, aber nach Salzaufnahme ging’s ihm auch wieder besser, und er zischte ab.

Mich begann der Laufrucksack zu nerven, den ich aus Sicherheitsgründen mit Wechselkleidung, Isogetränk und KH-Riegeln vollgefüllt hatte; irgendwie eine Fehlentscheidung, wie sich herausstellte, denn die Verpflegungsstationen boten fast alles, was man sich wünschte (bis auf Orangen!), und das Wetter hielt, und es blieb trocken – zumindest über mehr als 6,5 Stunden.

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Kurz vor km 50 dann irgendwie Leere: Keine Schmerzen, auch genug getrunken und gegessen, aber eine allgemeine Müdigkeit und Kraftlosigkeit, einsames Dahinlaufen (und Gehen bei den Anstiegen) – eine zähe Phase. Ich genehmigte mir noch eine kurze Pause, trank mein Peeroton Ultra Getränk, versuchte den Laufrucksack ein weiteres Mal besser zu fixieren und lief mehr schlecht als recht zum Grenzadler (km 54,7) weiter – etwas genervt mittlerweile. Glücklicherweise stand dort nochmals Carsten, dem ich dann einfach meinen Rucksack übergab, da ich wusste, für die restlichen 18 km brauche ich das ganze Zeug nicht – eine goldrichtige Entscheidung.

Gunter am Grenzadler

Auf einmal fühlte ich mich befreit, alles war wieder locker, sogar der erste Anstieg nach der Verpflegungsstation Grenzadler klappte relaxt, und ich schnappte mir einen Mountainbike-Fahrer, der sich den Weg hinaufquälte, im Bergansprint. Es tat nichts weh, die Beine liefen locker, ein Tempo unter 5:00 min/km war ohne Probleme möglich (und das nach über 50 km!), und die Zwischenzeit bei km 60 ließ mich wieder hoffen: Ich hatte bloß etwa 7 Minuten Rückstand auf die Sollzeit von 5 Stunden 45 Minuten. Mit einer aktuellen Pace um 5:00 min/km und dem Wissen, dass es dann eigentlich 13 km lang bergab geht, machte ich ordentlich Tempo. Immer wieder rechnen, vorplanen – was man eben so macht, wenn man nichts anderes als Laufen zu tun hat.

Bei km 65 war der Rückstand allerdings kaum kleiner geworden, und da sah es mit einem möglichen Sub7-Finish nicht mehr so gut aus (später erfuhr ich, dass die 60km-Marke falsch gesetzt war – deswegen also der Fehler). Bei der letzten Verpflegung (Schmücke) blieb ich nur ganz kurz, zwei Verpflegungsposten konnte mir die genaue Entfernung zum Ziel nicht sagen, aber egal: Weiter, weiter. Auf einem Straßenwegweiser stand „Schmiedefeld 8 km“ – aber nur mehr 38 Minuten Zeit; das würde knapp werden.

Die nächsten Kilometer ging’s mit Pace 4:45 min/km eine weitere Forstautobahn hinunter, man konnte Schmiedefeld schon hören – und bei der Überquerung der Skilifttrasse sogar sehen. Dennoch war’s noch weit, und es begann heftig zu regnen (inklusive Graupelschauer). Ein lautes „Geh bitte, ist das jetzt noch notwendig?“ konnte ich mir nicht verkneifen, und völlig durchnässt lief ich in flottem Tempo durch die ersten Straßen und Wege des Ortes Schmiedefeld. Kurz mal Tempo herausnehmen, da sich doch ein Krampf im Oberschenkel ankündigte – der war aber nach wenigen hundert Metern wieder weg – , und ich schnappte mir noch ein paar Mitläufer. Dann ging alles sehr schnell: Wanderer in durchnässten Plastikumhängen überholen, ein paar Mal „Achtung!“ um die Ecken herum gerufen, und dann war das Ziel da – Endspurt, und zügig über die Zeitmessmatten.

Christian empfing mich gleich nach der Medaillenüberreichung – er hatte etwa 10 Minuten vor mir das Ziel erreicht. Leider war es sich dann für mich doch nicht ganz ausgegangen: 7:01:41 ergab die offizielle Endzeit.

Was soll’s? Das nächste Mal einfach nicht so lange bei den Jausenstationen stehenbleiben, die Strecke etwas besser vorbereiten (Verpflegungen sind die einzigen Fixpunkte!) und nicht auf das GPS der Uhr und km-Tafeln verlassen.

Hoffnung macht auf jeden Fall, dass ich trotz des Einbruchs bei etwa km 50 anschließend noch über 20 km äußerst locker weiterlaufen konnte – zum Teil in einer Pace von 4:30 min/km ohne irgendwelche Probleme in Muskeln, Sehnen und Gelenken. Hatte ich bei meinem Einbruch noch ein wenig gezweifelt, ob dieses Ultralaufen doch das Richtige für mich ist, war ich mir im Ziel sicher: JA! Das ist genau das, wofür es sich zu laufen lohnt.

Gleich nach dem Zieleinlauf, immer noch im Regen, schwanden die Kräfte etwas – für ein paar Minuten wurde ich wirklich etwas ruhig, aber dann ging’s wieder – Christian und ich begrüßten die ziemlich erledigte Katja ( @kajtavonderburg ) im Ziel, die nichtsdestotrotz souverän ihre Altersklasse gewonnen hatte, und begaben uns dann zum Duschzelt und der Umkleide.

Obwohl wir keinen Treffpunkt vereinbart hatten, fanden wir Benjamin problemlos, der in unter 6 Stunden ein sensationelles Rennen abgeliefert und den 1. Platz in der M30-Klasse geholt hatte – und anschließend kamen alle lieben Freunde zum Läuferbier-Stand:
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Hugo, Patrick mit Freundin, Carsten mit Läuferkollegen Christian und Philipp ( @laufjameslauf – von dem es auch einen tollen Laufbericht gibt) – nur Demeter mussten wir suchen, der litt irgendwo auf einer Bank liegend nach seiner Tour-de-force in unter 6 Stunden und dem 12. Gesamtrang.

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Vielen Dank hier nochmal speziell an Carsten, der neben Taxi- und Fotodienst wirklich mein Rennen gerettet hatte – DANKE!!

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Ein wenig Zeit verbrachten wir noch am Sportplatz, da wir die Siegerehrung abwarten mussten – dann ging’s aber zurück mit dem Bus nach Eisenach und zum Leeressen (und Leertrinken) einer Pizzeria mit Demeter, Benjamin, Hugo und Christian; inklusive Abschluss-Lagavulin im Kulturcafe.

Nochmals kurz geschlafen, und am Folgetag wieder mit den drei verrückten Burschen zurück nach Hause.

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Alles in allem ein tolles Erlebnis mit wunderbaren Freunden und Laufkollegen – und obwohl sich die Sub7 nicht ausgegangen waren dennoch ein schönes Erlebnis. Und das Wissen, dass solche Distanzen möglich sind.

Auf die Frage „Geh Sie, kriegen Sie bei dem vielen Laufen nicht Probleme mit den Knien?“ daher ein klares: NEIN!

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10 Stunden Laufen – 3 Marathons in 15 Tagen

Und dabei läuft so etwas bloß unter „Vorbereitung“. Aber alles der Reihe nach.

Wie auch 2014 stand dieses Jahr die „Ketterechts-Challenge“ an – eine Kombination der beiden Marathons von Wien und Linz innerhalb von acht Tagen. Cristian Gemmato aka @_ketterechts hatte 2013 vorgelegt, Christian ( @geordi2504 ) und ich zogen 2014 nach und legten mal die Zeitmarke auf rund 7 Stunden 15 Minuten.

Diesmal gab’s im ersten Marathon in Wien für Christian und mich eine besondere Aufgabe: Pacemaker für Sebastian ( @die_bergziege ), der die 42,195 km unter 3h15 absolvieren wollte. Am 12. April standen wir also in Wien am Start – mit dabei auch Christoph ( @don_tango ), der spontan den dritten Pacemaker machte. Das Wetter war trocken, aber leider auch windig und recht warm – zusammen mit den vielen Überholmanövern, die uns bevorstanden, nicht die besten Voraussetzungen. Soweit es ging, räumte Christoph den Weg frei (was er bravourös meisterte), Christian und ich kümmerten uns um die Verpflegung; so kamen wir ganz gut über die ersten 15 Kilometer. Die leicht abfallende Mariahilfer Straße brachte aber nicht wirklich Erleichterung, und obwohl wir mit 1:38:30 bei Halbzeit absolut dabei waren, sah es nicht aus, als könnte Sebastian zulegen.

Der Wind wurde nerviger, die Temperaturen noch höher, und die Langeweile entlang der Strecke im Prater tat das Übrige dazu (mit Ausnahme von Schurli, der uns zweimal sensationell anfeuerte und zig Meter mitsprintete) – wir ließen mehr und mehr Zeit liegen. Nachdem Sebastian auch von Krämpfen in den Beinen geplagt wurde, versuchten wir nur mehr, das Rennen passabel ins Ziel zu bringen – und mit 3:22:57 gelang uns das auch.

Kaum am Heldenplatz mussten wir (zufällig) ein ORF-Interview geben – am Abend konnten wir uns das in den Regionalnachrichten im TV ansehen; großartig! Und darin kündigten Christian und ich schon unsere nächste Attacke an – Linzmarathon!

Somit standen wir 8 Tage später kurz vor halb zehn Uhr an der Startlinie auf der Autobahnbrücke in meiner Heimatstadt, und los ging’s über eine weitere Marathondistanz. Wir schworen uns, das ganz relaxt anzugehen, so mit knapp unter 5:00 min/km; aber die Bedingungen waren genial (sonnig, aber angenehm kühl), sodass es gleich mal flotter wurde – und wir fühlten uns großartig. Die Kilometer flogen nur so vorbei, bald schon ging’s über die Nibelungenbrücke wieder zurück nach Linz und Richtung Süden in die Innenstadt.

Christian und ich hatten richtig Spaß, witzelten über die Klosterschwesterngruppe am Straßenrand („Die Fans vom Pingu sind auch da!“), freuten uns über das rege Treiben am Pfarrplatz (Zielverpflegung) und liefen zum ersten Mal über die gut besuchte Landstraße – Durchgangszeit beim Halbmarathon: großartige 1:40:50. Das Wetter war klasse, die Luft war kühl, es war einfach grandios zu laufen. Der langweilige Abstecher über die Unionstraße war schnell vorbei, wir überholten Batman und plauderten kurz mit ihm, und selbst im einsamen Wasserwald waren die Zuschauer gut aufgelegt – diesmal kein Einbruch für mich bei 30 km. Die großartige Stimmung beim Sportplatz Kleinmünchen trieb uns weiter zurück Richtung Zentrum, und mit dem Glück von etwas Rückwind waren wir dort recht rasch wieder. Ein paar bekannte Marathonkollegen konnten wir überholen, die Stimmung beim Pfarrplatz trieb uns weiter an, und der lange Zielsprint in der Landstraße war dann nur mehr Formsache: herrliche 3:21:04 in einem äußerst relaxt gelaufenen Marathon, bei dem ich sogar Zeit hatte, ein wenig mit der GoPro zu filmen – Linzmarathon 2015 zusammengeschnitten von Moritz.

Somit war meine zweite „Ketterechts-Challenge“ in 6:44:01 absolviert – über eine halbe Stunde schneller als im Vorjahr. Lassen wir das jetzt mal so stehen. Anmerkung: Auch von Christian gibt es einen Bericht zur Ketterechts-Challenge 2015.

Nach Linz sollte es nun aber wirklich ruhiger werden – mein Geburtstagsgeschenk zum 50er stand an: London Marathon!! Viel Positives hatte ich schon gehört darüber, und das Teilnehmerfeld sowohl bei den Amateuren als auch der Weltelite versprach einiges im Vorfeld – aber was dort abging, konnte ich nicht ahnen.

Einquartiert in einem äußerst noblen Hotel gleich in der Nähe des Buckingham Palasts waren die Gehwege kurz – bloß die Marathonmesse und Registrierung war weit draußen in den Docklands; also gleich mal am Freitag dorthin pilgern. Massen von Menschen, langes Anstehen an den Schaltern für „overseas runners“, alles recht riesig – mmmh, das setzte mich nicht in Begeisterung. Die Abholung der Startnummer und des Zeitchips lief aber dann perfekt ab, und die Verkaufsmesse war auch äußerst interessant und groß dimensioniert. Allmählich hatte ich mich an die Massen von Menschen in dieser Großstadt wieder gewöhnt.

Samstag war fürs Relaxen vorgesehen – ein kurzer Lauf in der Früh zum Zielgelände, wo bereits aufgebaut wurde. Nachmittags ging’s dann mit Freunden und Familie an die Themse, und aus dem „relaxten“ Tag wurden unzählige Kilometer Gehen. Nun ja – so ist es eben in einer großen Stadt. Aber das Wetter hatte sich stark gebessert, und die sonnigen Momente an London Eye und House of Parliament wollten wir dann doch nicht missen.

Am Renntag hieß es dann „früh auf!“ – Abfahrt bereits um 7 Uhr, obwohl Start erst um 10:10 Uhr war; „wegen Verkehrsstau“, sagte man. So befand ich mich also schon um 8 Uhr beim Startgelände in Greenwich (blaue Zone) – es regnete leicht, der Wind blies aus Westen, es hatte um die 10° C. Es sah aus wie auf einem riesigen Festivalgelände – jede Menge Zelte und große Pinkel-Bereiche, aber zumindest gratis Tee, Wasser und Lucozade. Meine Überbekleidung gab ich früh ab, da die LKWs bereits eine halbe Stunde vor Start fahren sollten, und stand dann nur in einen Plastikumhang gehüllt im kalten Wind herum. Selten hatte ich vor einem Start so gefroren – es gab zwar keinen Regen mehr, aber nirgendwo war’s wirklich windstill, sodass ich keine Lust zum Fotografieren oder Twittern hatte. Über LED-Wall sahen wir den Start der Elite, ich bezog meine Startzone (peinlichst genau kontrolliert durch Einweiser – großes Plus!), aber auch zwischen den anderen Läufern war es nicht wärmer. Dann endlich der Start; wir setzten uns rasch in Bewegung, und es ging über die Startmatten – wildes Geschrei rund um mich: „Keep going!!“ „Go on!!“ „Run, run, run!“

So etwas hatte ich nicht erwartet – wir sind doch nur bessere Hobbyläufer! Aber egal – die Zuschauer standen in Zweier- bis Dreierreihen an der Strecke, jubelten, klatschten, schrien und feuerten uns per Namen an (Tipp: Vornamen aufs Laufshirt drucken lassen). Unser Tempobereich lief mit etwa 5:15 min/km los – etwas langsamer als erwartet, aber alle etwa dasselbe Tempo; perfekt und ein Ergebnis der genau eingehaltenen Startzoneneinteilung. Da können sich viele andere Marathons eine Scheibe abschneiden.

Es ging durch Vororte Richtung Osten, die rote und grüne Startzone kam zu uns dazu, und gemeinsam bewegten wir uns hinunter Richtung Hafen Greenwich. Das Laufen war perfekt, die Temperaturen und Bedingungen genial, und die Stimmung rund um das Segelschiff Cutty Sark grandios. Weiter ging’s durch kleinere Vororte mit Musik aus Pubs und Live-Bands Richtung Tower Bridge – das nächste große Highlight des London Marathons. Zwar blies der Wind gehörig die Themse herunter, aber die Stimmung auf der Brücke war sensationell, und es war erhebend, über dieses monumentale Bauwerk zu laufen.

Am anderen Themseufer ließen wir den Tower links liegen und bogen ab Richtung Canary Wharf und Docklands. Im etwas längeren Gegenverkehrsbereich bei der HM-Marke kam die Spitzengruppe der Männer entgegen – wunderbar! Selbst das Laufen zwischen den Wolkenkratzern war dann kurzweilig – überall Massen an Zuschauern, die jubelten und einen vorantrieben.

Halbmarathon in 1:43:34 – wie bitte? Sollte ich nicht einbrechen, müsste sich eine Zeit unter 3 Stunden 30 Minuten ausgehen. Ich war selbst verblüfft. Aber es lief großartig, das Publikum spornte an, und die Beine waren locker. Im Vergleich zum Vorjahr war keine Müdigkeit oder Verspannung in den Oberschenkeln zu spüren, und so lief ich dahin und genoss die Atmosphäre. Nach einer längeren Unterführung tauchten wir am Ufer der Themse wieder auf, und da sah man in der Ferne auch schon das London Eye und Big Ben; also nicht mehr weit bis zum Ziel. Ich ließ mich von den Zuschauern antreiben, filmte immer wieder kurze Sequenzen mit der GoPro und beschleunigte dabei das Tempo – und lief die vorletzte Meile in knapp über 7 Minuten.

Das House of Parliament war schnell da, ich bog rechts um die Ecke, und es ging Richtung St. James‘ Park und zum Buckingham Palace. Überall Unmengen von Zuschauern, die jubelten – so muss Marathon sein! Kein Wunder, dass in Wien und Linz keine Top-Bestzeiten gelaufen werden – es fehlt einfach an der Stimmung an der Strecke (vor allem in den kritischen Bereichen ab km 30).

Das „600 meters to go“ Schild passierend zog ich das Tempo nochmal an und lief am Palast vorbei über The Mall mit 3:20:22 ins Ziel. Herrlichst! Das Wetter hatte gehalten, kein Regen während des Rennens – perfekte Bedingungen und ein grandioser negativer Split in meinem 10. Marathon.

Somit kann ich jedem nur empfehlen, mal den London Marathon zu absolvieren – vorbildliche Organisation, bei jeder Meile Wasser in 0,25l Flaschen, eine geniale Stimmung und großartiges Sightseeing; und natürlich eine schnelle Strecke mit Top-Athleten. Trotz über 38.000 Startern lief alles reibungslos ab und machte speziell für mich das Rennen zu einem Genuss.

Aufsummiert ergab es also dann 10:04:23 an Marathonlaufen innerhalb von 15 Tagen – ohne gröbere Schmerzen, ohne Verletzungen, ohne Überlastung. Man kann es nur als „perfekt“ bezeichnen – so muss es sein.

Aber: Ja alles nur Vorbereitung. Bleiben Sie dran.

Halbzeit – verpasst!

Kinder, wie die Zeit vergeht! Einerseits trifft dies auf das Jahr 2014 zu, das gefühlsmäßig eben erst begonnen hatte und sich jetzt schon im achten Monat befindet; andererseits gilt das für mein gesamtes Leben, denn schwupps, war im Juli die 50er-Marke überschritten.

Bereits im Jänner hatte ich ja den Schritt in die Alterklasse M50 antreten können, mit der Hoffnung, jetzt werden die Plätze auf den Podesten nur so eintrudeln. Mitnichten – auch die anderen starken 1964er waren in die M50 gewechselt, und jede Menge schnelle 63er und 62er tummelten sich bereits dort.

Aber egal, man läuft die Rennen ja nicht wegen der Siegesprämien (sic!), sondern für den eigenen Spaß. Und immer wenn ich die Wettkämpfe locker anging, dann lief es (im wahrsten Sinn des Wortes) am besten. Daher wurde nichts wie weiter gelaufen – und das bei zum Teil genialen Veranstaltungen:

– die wunderbare Hausruck Challenge in AT-Geboltskirchen (am 10.05.2014) mit fantastischen 26 Kilometern und einigen Höhenmetern
– der familiäre Magdaman in AT-Linz (am 18.05.2014) zusammen mit vielen Freunden und meinen beiden Kindern; 10 km mit 250 Höhenmetern
– der herrliche Schoberstein Bergmarathon in AT-Trattenbach (am 24.05.2014) zusammen mit Anita und Markus, bei wunderbarem Wetter über fast 17 Kilometer mit 1460 Höhenmetern
– der schnelle Stadtlauf in AT-Vöcklabruck (am 30.05.2014), wieder mit einigen Laufkollegen
– der witzige Treppenlauf „Sturm auf den Keine Sorgen Turm“ in AT-Linz (am 07.06.2014), bei dem ich zwar nicht wirklich schnell war, aber zumindest den überhaupt ersten Stockerlplatz mit Platz 2 M50 (inkl. Trophäe) erreichte
– der geniale Grenzstaffellauf in AT-Veitsch (am 28.06.2014) zusammen mit Christian Engelhardt bei tollem Wetter; etwa 54 Kilometer mit über 2.000 Höhenmetern
– der sehr schöne Zipfer Crosslauf in AT-Zipf (am 26.07.2014), wieder mit einigen Freunden und der ein tolles Rennen laufenden Tochter; 10,2 Kilometer mit doch 170 Höhenmetern.

Dann war auch schon Halbzeit in der 2014er-Laufsaison. Ein paar geplante Läufe waren sich zwar nicht ausgegangen, wie z.B. der Rennsteig, der Gmunden 5000er und Toscanalauf, sowie der Großglocknerberglauf, aber das heißt ja nicht, dass diese nicht nächstes Jahr auf den Terminplan kommen.

Dafür gab’s ein paar herrliche Trainings, zum Teil alleine, zum Teil mit kongenialen Partnern. Glücklicherweise entschied ich mich dazu, fallweise nach der Arbeit die Gegend rund um meine Arbeitsstätte zu erkunden, und dabei entdeckte ich herrliche Strecken in der Umgebung von Kirchdorf/Krems. Dort geht’s auch höhenmäßig gleich mal zur Sache – ganz abgesehen von der herrlichen Luft und den wunderbaren Ausblicken auf die Voralpen.

Speziell zu erwähnen ist zudem der fantastische Lauf von Linz nach Freistadt entlang der Pferdeeisenbahntrasse, den ich am 08.06.2014 zusammen mit Demeter Dick und Benjamin Klingler absolvieren konnte – ich bin selten so einen genussvollen Longjog gelaufen.

Ganz hervorragend waren auch die Läufe mit Anita, meiner Laufpartnerin beim geplanten Bergmarathon Ende August in Linz – sei es im Eferdinger Becken, sei es hinauf zur Giselawarte und auf den Pöstlingberg – , sowie die Longjogs mit Dominik über den Prinzensteig und den Donau-Treppelweg bei herrlichsten Bedingungen.

Alles in allem war das bislang ein recht erfolgreiches Jahr, was die Schönheit der Läufe betrifft. Die Muskulatur und die Sehnen werden jedoch schon etwas mehr beansprucht als früher, kommt mir vor – vielleicht sollte ich hier doch etwas Vorsicht walten lassen.

Die Halbzeit Anfang Juli, obwohl unspektakulär, wurde mit zwei besonderen Ereignissen dennoch ganz gut markiert: Einerseits der Wechsel auf eine neue GPS-Pulsuhr (Garmin Fenix 2, mit einer Laufzeit bis zu 16 Stunden), damit auch wirklich lange Läufe absolviert werden können – andererseits mit dem unglaublichen Geburtstagsgeschenk meiner Familie, die mir die Teilnahme am London Marathon 2015 ermöglichen – nochmals ein riesiges Dankeschön dafür!!!

Nun gut, so wurde das hier also doch ein Halbzeit-Resümee – mit einem Ausblick, was da noch kommen wird in diesem Jahr:

– Zwei kleine Läufe am 15.08.2014 (Sickinger Rundlauf) und 23.08.2014 (Rieder Stadtlauf) als Vorbereitung auf den nächsten großen Fixpunkt, den Linzer Bergmarathon am 30.08.2014 mit 54 Kilometern und fast 2.000 Höhenmetern (zusammen mit Anita)
– Vorbereitung auf den ersten Versuch, die 3-Stunden-Marke im Marathon zu knacken – am 12.10.2014 im deutschen Essen (inklusive ein paar Testwettkämpfen am Wallersee, in Gampern, Perg, Linz und Bad Ischl)
– und der Jahresausklang mit einigen genussvollen Läufen wie dem Wolfgangseerundlauf, dem Festungstrail in Salzburg, dem 60 km Rundumadum in Wien und dem Kürnberglauf in Leonding.

Man sieht – langweilig wird mir nicht. Und für 2015 ist auch schon einiges fix: Neuerlich die „Ketterechts Challenge“ mit Christian Engelhardt (Wien-Marathon und Linz-Marathon innerhalb von 8 Tagen), dann natürlich London; und anschließend vielleicht wirklich Rennsteig plus Ötscher plus Swissalpine ?

Aber warten wir das mal ab. 🙂

Stay tuned.

Ein Experiment in Langlaufen

Es begann eigentlich mit einer ganz normalen Trainingsplanung, im Herbst 2013. Irgendwoher kam die Idee, 2014 den Rennsteig zu laufen, den Supermarathon, über fast 73 Kilometer im deutschen Thüringen. Für solch einen langen Lauf gehört es sich natürlich, ordentlich zu trainieren – also nichts wie losgelegt und einen Ultramarathon-Laufplan gesucht. Schnell war einer gefunden und an das Zieldatum 17.05.2014 angepasst.

Das Schöne am Ultralaufen ist ja, dass man im Training Marathons laufen darf, sagt man – und prompt waren die passenden gefunden. Linz, die Heimatstadt, bot sich an – ebenso die Bundeshauptstadt Wien mit ihrem Sightseeing-Marathon.

Und dann plötzlich die Erinnerung, da gab’s doch im Frühjahr 2013 jemanden, der auch diese beiden Marathons gelaufen ist – genau, Cristian Gemmato aka @_ketterechts – zwei Marathons innerhalb von acht Tagen. Im Rahmen der “Ketterechts-Challenge” hatte Cristian Wien in 3:41:20 und Linz in 3:50:10 absolviert – addiert also in 7:31:30.

Mit Christian Engelhardt aka @geordi2504 meldete sich rasch ein Twitter-Laufkollege zu Wort, der ebenfalls daran dachte, den Rennsteig-Supermarathon in Angriff zu nehmen. Somit wurde der Plan fixiert – im April 2014 Linz und dann Wien als Trainingsmarathons in einer umgekehrten “Ketterechts-Challenge” zu laufen.

Dazu kam noch: Christian ist ja mit Sebastian Haböck aka @SHaboeck und Peter Heinzl aka @peterslaufblog recht umtriebig in Wien auf Longjogs unterwegs, und bei einem dieser Läufe heckten die drei die wahnwitzige Idee aus, doch mal ganz einfach von Wien nach Bratislava (62 km) zu laufen! Nach längerem Hin und Her fand sich als einzig möglicher Termin dafür der Samstag nach dem Wien-Marathon – und hier beginnt das Experiment: Zwei Marathons und ein Ultralauf innerhalb von 14 Tagen.

Bereits relativ bald im Jahr stellte sich heraus, dass der Rennsteig terminlich gar nicht so richtig ins Privatleben passte. Vom Kopf her war er also recht rasch abgehakt (aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben), doch die Anmeldungen für Linz und Wien waren durchgeführt, die Startgebühren waren bezahlt – bei diesen beiden Läufen gab es also kein Zurück. Und von Wien nach Bratislava – ja, warum nicht?

Los ging’s also am 06.04.2014 mit einem Trainingslauf über 42,195 km in geplanten 3:29:59 durch die oberösterreichische Stahlstadt. Gleich von Anbeginn lief es bei Christian und mir perfekt – die Rahmenbedingungen waren hervorragend, wir waren bestens vorbereitet, die Kilometer flogen nur so vorbei. Waren wir schon bei 1:42:xx zur Halbzeit durch, hatte ich doch bei etwa km 30 einen kleinen Hänger, aber dann führte die Strecke wieder ins Zentrum zurück, und das Laufen fiel wieder leichter. Beflügelt von einem perfekten Rennverlauf beschleunigte ich gegen Ende noch, und so liefen wir zeitgleich mit 3:22:39 ins Ziel – wunderbar relaxt und rundum zufrieden.

Eine Woche später – am 13.04.2014 – war dann die Vorgabe: Nicht mehr so unvernünftig gegen Ende Gas geben, sondern einen Arbeitskollegen von Christian zu einer Marathonzeit von knapp unter 4 Stunden ziehen. Die Laufgruppe war groß, neben Sebastian und Peter waren einige von Christians Arbeitskollegen dabei, und trotz Gruppendynamik liefen wir absolut kontrolliert los.

Hatte ich bislang nach Marathons immer ein bis zwei Wochen komplett Pause gemacht, ging es diesmal mit ein paar lockeren Jogs eingestreut quasi eine Woche später wieder volles Programm weiter – und meine Oberschenkeln gaben mir das bereits nach wenigen Kilometern zu erkennen! Bis km 25 war das jedoch überhaupt kein Problem, es ging alles sehr einfach und leicht in einer 5:35er-Pace dahin. Kurz nach der Halbzeit merkte ich aber, dass ich etwas ändern musste; ich ließ mich von unserer Spitzengruppe zurückfallen, um Christian und Begleiter aufschließen zu lassen – primär, um mein eigenes Rennen etwas abwechslungsreicher zu gestalten.

Leider hatte dies nicht den gewünschten Effekt: Kurz sah ich die beiden mal (bei der Wende bei km 30), aber dann begann es zu regnen, und die Einöde der schier endlosen Praterhauptallee-Gerade machte das Laufen sehr mühsam. Und vor allem das Tempo – dieses langsame Tempo! Die Oberschenkel wurden im Regen kalt, die Laufbewegungen waren nicht mehr rund; bei km 36 hatte ich dann genug: Tempo! Ich beschleunigte auf 4:40 min/km, holte kurz vor km 40 die Führenden unseres Teams ein und zog dann weiter mit gleichbleibendem Tempo bis ins Ziel durch: 3:52:38 stand schlussendlich als Nettozeit fest.

Die “Ketterechts-Challenge” war somit mit gesamt 7:15:17 erfolgreich abgeschlossen worden. Dennoch gab’s kein Ausruhen: Sechs Tage später standen wir wieder an der “privaten” Startlinie, um von Wien nach Bratislava zu laufen. Witzigerweise begannen die Oberschenkelschmerzen etwas später – erst beim km 15 – , aber dafür meldeten sich nach 35 Kilometern dann auch die Unterschenkel und die Knöchel. Aber was soll’s? Weitergelaufen wird.

Die Strecke war vor allem mental fordernd – die längste Gerade meines Lebens (15 km!!) und die unglaublich abwechslungsreiche Landschaft (links Auwald, rechts Auwald) machten diesen Ultralauf nicht gerade einfach. Christian und ich spürten die beiden Marathons gegen Ende dann schon gehörig, wir liefen etwas wortkarg nebeneinander her, aber Bratislava begrüßte uns mit reichlich Sonnenschein und Finisher-Bier – nach 6:19:xx hatten wir unser Ziel erreicht; und das überglücklich!

Die Tage danach waren dann verblüffend: Zwar bemerkte ich schon einen leichten Muskelkater in den Beinen, aber bereits zwei Tage nach dem Ultralauf absolvierte ich einen schnellen 8km-Lauf (Eferdinger Osterlauf), und zwei Wochen danach pulverisierte ich meine bisherige Halbmarathon-Bestzeit und unterbot sie um ganze vier Minuten beim Hallstätter Seerundlauf.

Fazit des Experiments: Es hatte funktioniert! Ab einem gewissen Trainingsstadium ist es scheinbar möglich, mit relativ wenig Regenerationszeit durchaus konkurrenzfähige Wettkämpfe zu bestreiten, selbst wenn man nicht mehr der “Jüngste” ist. Zur Regel möchte ich es dennoch nicht machen, so viele lange Läufe im hohen Tempo knapp hintereinander zu absolvieren, aber den Versuch war die ganze Sache durchaus wert.

Und Spaß hat es gemacht – vor allem mit so guten Freunden und Begleitern.